Temperierung

Trockene Räume lassen sich mit der Strahlungstechnik der Bauteiltemperierung am wirtschaftlichsten beheizen.

 

In der (Bau-) Geschichte gibt es die Temperierung der Raumhülle mittels verschiedener Heiztechniken seit der Antike bis in die Neuzeit. In römischen Thermen, Klöstern und Burgen wurde oft mit einem unter dem Fußboden geführten Heizsystem, der Hypokaustenheizung die Wärmeverteilung in die zum Teil mit Hohlziegeln errichtete Wand realisiert, sie erwärmte die Raumhülle, nicht die Raumluft.

 

Transportable Becken mit glühender Kohle dienten bis ins Mittelalter als Wärmequelle. Diese strahlten den menschlichen Körper und die Raumhülle im Sinne einer an, ohne Umweg über die Luft.

 

Als stationäre Strahlungsheizkörper wurden danach Kachelöfen und offene Kamine eigesetzt, die bei geringen Energieverlusten in den Raum strahlten, da die Raumluft nur sekundär erhitzt wurde und die Wärme in den Wänden und dem massiven Grundofen lange gespeichert wurde. Der Abzug der Kaminanlage über Kanäle sorgte für die Ausnutzung der Wärme der Rauchgase im Gebäude.

 

Der Konservator Henning Großeschmidt (Bayer. Nationalmuseum, Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege), führte die träge Strahlungsheizung als  Bauteiltemperierung für den Museumsbereich ein. Sie dient der exponatschützenden Klimastabilisierung über die Heizperiode hinaus mit ganzjähriger Leistungsbereitstellung im Dauerbetrieb und der "thermischen Trockenlegung". Vor allem eine Strahlungsheizung kann Energie auch wirklich sparen.

 

Heute wird die Temperierung vorwiegend in denkmalgeschützten Altbauten bei Museumsobjekten und Kirchen eingesetzt. Aber auch in Neubauten wird diese wirtschaftliche, Gesundheit und Wohlbefinden fördernde Technik genutzt.