Wandheizungen

Wandheizungen geben ihre Wärme mit einem relativ hohen Strahlungsanteil ab. Dadurch entsteht ein angenehmes Raumklima und geringe Staubverwirbelung. Durch subjektiv empfundenes Wärmegefühl bei objektiv etwas niedrigeren Raumtemperaturen sind Energieeinsparungen möglich. Außerdem sorgt die Temperierung der Außenwände für trockene Wände und trockene Bauteile dämmen besser. "Trocken" wird hier vielleicht falsch verstanden. Die Wände fühlen sich nicht nass an, aber bei leichten Baustoffen genügen einige Prozent mehr Feuchtigkeit, dass der Baustoff wesentlich schlechtere Wärmedämmeigenschaften aufweist.

 

Bei einer Oberflächentemperatur der Wand von 24 bis 29 °C wird die Stahlungswärme als angenehm empfunden. Generell gilt: je geringer die Differenz zwischen der durchschnittlichen Raumtemperatur und der Oberflächentemperatur einer nichtbeheizten Außenwand, desto behaglicher fühlt man sich in diesem Raum.

 

Bei gleicher Oberflächentemperatur wird eine Abstrahlung der Wand als angenehmer empfunden als die einer Fußbodenheizung. Wandheizungen werden vorzugsweise im Niedertemperaturbereich betrieben und sind auch deshalb energiesparend.

 

Da diese Art der Heizung nicht massenhaft hergestellt wird ist sie leider auch teurer als Heizkörper. Geschickte Bauherren können die Wandheizug unter Anleitung aber auch selbst montieren und dabei Geld sparen.

 

Wie sinnvoll sind Wandheizungen?

 

Im Gegensatz zu den heute üblichen Heizkörpern unterm Fenster, die durch zirkulierende Warmluft wärmen, produziert das Flächenheizsystem einen hohen Anteil infrarote Strahlungswärme, die den menschlichen Körper, und nicht die Luft erwärmt.

 

Bei einer Wandheizung sorgt der hohe Strahlungsanteil für Behaglichkeit. So reichen rund 18 °C Lufttemperatur aus, um ein Gefühl wie bei 21°C mit einer "Luftheizung" zu erzielen (bei Zimmertemperatur verbraucht jede Temperaturerhöhung um ein Grad sechs Prozent mehr Energie!). Beim Lüften muß die Frischluft nicht erst mit viel Energie wieder aufgeheizt werden, denn die Wand bleibt ja warm und strahlt weiter Wärme ab.

 

Diese Heizung benötigt meist nicht mehr als 30°C Vorlauftemperatur, womit sie sich auch gut mit solarthermischen Lösungen, einer Wärmepumpe oder Kombinationen daraus betreiben läßt.

 

Die Wandheizung erfordert eine genaue Planung. Wichtig dabei sind die entsprechenden Stellflächen für Möbel etc., um in den entsprechenden Jahreszeiten den Wärmebedarf des Raumes abdecken zu können. Verstellen von Heizflächen macht das System träger (wie z.B. Teppich auf Fußbodenheizung). Außenwand-Anordnungen sind in dieser Hinsicht weniger empfindlich.

 

Wandheizungen lassen sich problemlos an vorhandene Heizungsanlagen anschließen, wenn diese auf niedrige Vorlauftemperaturen regelbar sind, oder es muß eine zusätzliche Regeleinheit nachgerüstet werden.

 

Varianten der Wandheizung



Wandheizungen lassen sich problemlos an vorhandene Heizungsanlagen anschließen, wenn diese auf niedrige Vorlauftemperaturen regelbar sind, oder es muß eine zusätzliche Regeleinheit nachgerüstet werden.

 

Drei Varianten der Wandheizung sind zur Zeit auf dem Markt: Unterputzsysteme mit wasserführenden Rohren, Sockelheizleisten und die Hypokaustenheizung.

 

Wandheizung mit eingeputzten Rohren

 

Bei diesem System werden Kunststoff-Verbundrohre mit einem Durchmesser von 10 bis 16 mm auf die Wand mit Kunststoff-Clipse aufgebracht und müssen anschließend eingeputzt werden. Die Dicke der Putzüberdeckung über Rohrscheitel beträgt ca. 10 mm.

 

Als Putze eignen sich Kalk-, Lehm- oder Silikatputze. Beim Verputzen wird über den Heizrohren meist ein Armierungsgewebe aus Glasfaser oder Jute eingearbeitet. Die Putzstärke beträgt insgesamt 25 bis 30 mm. Die Wände können nach dem Verputzen auch gefliest werden.

 

Die Lage der Rohre sollte dokumentiert (fotografiert) werden denn eine Beschädigung der Rohre durch z.B. einen Bildernagel kann zu Wasserschäden führen. Zur nachträglichen Feststellung gibt es auch temperaturabhängig farbverändernde Folien, Metallsucher, etc. mit denen durch einfaches Auflegen auf die Wand die Rohrlage kontrolliert werden kann.

 

Die Wandheizung benötigt in der Regel nur eine außreichend große Wandfläche pro Raum.

 

Mit etwas Übung kann ein solches System leicht in Eigenleistung auf die Rohbauwände montiert werden. Die Wandheizung mit eingeputzten Rohren ist eine der am häufigsten verbreiteten Variante.

 

Sockelleistenheizung

 

Die Sockelleistenheizung ist eine Heizung, die vor ca. 50 Jahren entwickelt worden ist, aber auf dem uralten Prinzip der Strahlungswärme basiert. Ziel des Einsatzes einer Sockelleistenheizung ist ein thermisch ausgeglichener Raum durch direkte Wärmestrahlung von temperierten Wänden.

 

Die Sockelleistenheizung sorgt für eine ökologische, ökonomische und gesunde Beheizung mit vielen Vorteilen:

  • hohe und schnelle Strahlungswärme
  • gleichmäßiger Temperaturverlauf (bis 3 m Raumhöhe max. 1° Temperaturunterschied)
  • schnelle Regelung der Raumtemperatur
  • Energieeinsparung bis zu 30%, da keine Energiepolster an der Decke entstehen
  • keine Mikrostaubbelastung
  • Vermeidung von Schimmelbildung an Ecken und Wänden
  • gute Optik
  • Geringe Anschaffungskosten
  • Einfache Montage

Hypokaustenheizung

 

In römischen Thermen, Klöstern und Burgen wurde oft mit einem unter dem Fußboden geführten Heizsystem, der Hypokaustenheizung, die Wärmeverteilung in die teilweise mit Hohlziegeln errichteten Wände realisiert, sie erwärmte die Raumhülle, nicht die Raumluft.

 

Der griechische Begriff Hypokauston wird in Latein mit Vaporarium übersetzt. Das weist nicht auf Rauchgase und Heißluft hin, sondern auf Dampf oder Dunst. Das heißt, daß die Hohlziegel (lat. Tubuli) keine Lüftungsziegel oder eine Abgasführung waren. Ausserdem waren die Tubuli oben vermauert bzw. geschlossen, das Kondensat wurde nach der Wärmeabgabe mittels Kondensatrücklauf auf dem gemauerten Hypokausten-Unterboden zurückgeführt.

 

Die Römer hatten also eine Kondensationsheizung. Offenbar vertrug die römische Bauweise diese Dampfheizung, die Wände wurden durch die sich anlagernde Kondenswärme warm. Im Ergebnis hatte man Strahlungswärme statt einer Warmluftströmung, also warme, trockene Wände und Einrichtungsgegenstände bei kühlerer Raumluft.

 

Ideal für einen Neubau ist die Hypokaustenheizung als Wandheizung. Diese arbeitet nach dem schon in der Römerzeit genutzten Prinzip aber statt mit Dampf mit aufsteigender Warmluft in der Wand.

Luftkanalsteine mit vertikalen Luftkanälen werden von einem an der Fußleiste befindlichen Heizrohr gespeist. Die erwärmte Luft steigt durch die Luftkanäle in der gesamten Wand auf und erwärmt sie.

 

Man kann auch nachträglich ein Hypokaustensystem einbauen, indem ein nach unten offener, 7 bis 10 Zentimeter tiefer Wandvorbau wie beim Trockenbau errichtet wird. In die untere Öffnung wird eine Heizleiste installiert und später alles verkleidet. So wird die Wand von innen gleichmäßig warm und strahlt ohne störende Heizkörper Wärme in den Raum.