Spanplatten

Seit den fünfziger Jahren werden Spanplatten als Ersatz für Massivholzbretter verwendet. Anfänglich wurden sie vor allem furniert und im Möbelbau eingesetzt. Mittlerweile ist die Spanplattenproduktion so vielseitig, daß man schon viele konstruktive Elemente sowie Innenausbaumaterialien eines Hauses daraus herstellen kann, z.B. Fußböden, Innenwandverkleidungen und Unterkonstruktionen. Im Gegensatz zu Massivholz verziehen sich die Platten nicht. Heute gibt es wohl kaum noch ein Haus, in dem nicht etliche Quadratmeter Spanplaten verarbeitet worden sind.

 

Das Grundmaterial für Spanplatten sind holzhaltige Faserstoffe. Vor allem handelt es sich um Industrieabfälle wie Altholz von Verpackungmaterialien, Bahnschwellen, Masten, Bau-und Restholz sowie Rund- und Durchforstungsholz.

 

Äußerst kritisch ist die Verwendung großer Mengen von Bindemitteln, mit denen die aufgearbeiteten Holzspäne zu Platten gepreßt werden. Sie schädigen zum Teil nicht nur die Umwelt, sondern auch die menschliche Gesundheit. In 90 Prozent der Fälle wird als Bindemittel Formaldehydharz verwendet, das mit den Holzspänen keine dauerhafte Verbindung eingeht. So gast Formaldehyd ununterbrochen aus den Spanplatten aus und belastet die Raumluft. Das Gas entweicht, solange die Spanplatte existiert. Erst wenn die Platten selbst zerbröseln, besteht keine Gesundheitsgefahr mehr. Formaldehyd kann also noch nach 10 bis 30 Jahren die Bewohner schädigen. Das Gas entweicht vorwiegend an den Stellen, die nicht verklebt oder zusätzlich geschützt sind, wie z.B. an Sägeschnitten oder aus Bohrlöchern. Weitere Bindemittel sind Polyurethane, Kunstharze sowie mineralische Bindemittel wie Magnesit, Gips oder Zement.

 

Holzwerkstoffe

 

Unter dem Sammelbegriff Holzwerkstoffe werden Produkte zusammengefaßt, die durch Zusammensetzen von Holzfasern, Holzspänen oder Furnieren, meist unter der Zugabe von Bindemitteln (Formaldehydharze, Polyurethanharze, Gips, Zement, Magnesit), hergestellt werden. Sperrholz, Spanplatten und Holzfaserplatten zählen traditionell zu den Holzwerkstoffen. In Abhängigkeit vom verwendeten Bindemittel haben Holzwerkstoffe eine unterschiedliche gesundheitliche Relevanz (Stichworte: Formaldehyd, Isocyanate).

 

Emissionsarme Holzwerkstoffe:

 

Die Jury Umweltzeichen hat 1992 ein Umweltzeichen beschlossen, mit dem beschichtete und unbeschichtete Spanplatten, Tischlerplatten und Faserplatten gekennzeichnet werden können. Die Anforderungen enthalten neben einem Grenzwert für Formaldehyd (0,05 ppm) auch Anforderungen an MDI (Isocyanat) und Phenole, die nachweisbar nicht emittieren dürfen, sofern entsprechende Bindemitel verwendet wurden. Darüber hinaus dürfen den Holzwerkstoffplatten (inklusive Beschichtungen) keine Holzschutzmittel/ Biozide und keine halogenorganischen Verbindungen (z.B. Fluoride, Chloride, Bromide) zugesetzt werden.

 

Formaldehydarme Holzwerkstoffe:

 

Formaldehydarm werden Werkstoffe bezeichnet, die mit dem RAL-Umweltzeichen 38 gekennzeichnet sind (gilt nur für Produkte, die zu mehr als 50 % aus Holz bestehen). Die für die Herstellung der Produkte eingesetzten Holzwerkstoffe dürfen im Rohzustand eine Ausgleichskonzentration von maximal 0,1 ppm Formaldehyd (entspricht der Emissions­klasse E 1) nicht überschreiten. Bei den fertigen Produkten ist ein Grenzwert von 0,05 ppm vorgegeben.