Holzschutzmittel

Holzschutzmittel sind Produkte, die aufgrund ihrer Zusammensetzung einen Befall von Holz durch holzzerstörende oder -verfärbende Pilze und Insekten verhindern oder vorhandene Organismen abtöten, wobei sie anschließend für einen anhaltenden Schutz gegen Neubefall sorgen können.

 

Holzschutzmittelwirkstoffe, die auf Holzschädlinge tödlich wirken sollen, sind meistens auch für den Menschen starke Gifte.

 

Holzschutzmittel werden unterteilt in wasserlösliche Holzschutzmittel auf Salzbasis (die sogenannten C-, K-, A-, B-, F-Salze), Holzschutzmittel mit wasseremulgierbaren Substanzen (AAC, Tridemorph, Kupfer-HDO), Mittel auf der Basis von Steinkohleteerölen (Carbolineum) und lösemittelhaltige Holzschutzmittel.

 

Das Deutsche Institut für Bautechnik (DIBt) überprüft die angebotenen Holzschutzmittel für den Holzschutz von tragenden und aussteifenden Holzteilen gemäß DIN 68800, vergibt die Prüfprädikate und schreibt das Einbringverfahren vor. Die Zulassung erfolgt nur dann, wenn der Nachweis erbracht wurde, daß bei ordnungsgemäßer Anwendung die holzschützende Wirkung erzielt wird.

 

Im Rahmen des Zulassungsverfahrens führt außerdem das Bundesgesundheitsamt (BGA) eine Bewertung des gesundheitlichen Risikos durch, und das Umweltbundesamt (UBA) nimmt zur Umweltverträglichkeit Stellung. Gegen die zugelassenen Mittel sollen, bei Verarbeitung durch Fachleute unter Berücksichtigung des Arbeitsschutzes, keine gesundheitlichen und öko-toxikologischen Bedenken bestehen.

 

Für die Mittel, die nicht durch die Prüfzeichenpflicht erfaßt sind, also Mittel zum Schutz an statisch nicht beanspruchten Hölzern, bietet die Gütegemeinschaft Holzschutzmittel e.V. das RAL-Gütezeichen für Holzschutzmittel an. Auch hier wird eine gesundheitliche Prüfung vom BGA und eine ökologische Prüfung durch das UBA durchgeführt.

 

Da Holzschutzmittel grundsätzlich (außer für die oben erwähnten bestimmten Anwendungen) nicht amtlich zugelassen werden müssen, ist der Markt sehr unübersichtlich. Nach Expertenschätzungen verfügen lediglich 10 % der Produkte des chemischen Holzschutzes über ein Prüfzeichen. Bei den verbleibenden 90 % sind gesundheitsgefährdende Bestandteile in Form von Holzschutzmitteln/ Bioziden wie z.B. Dichlofluanid oder Furmecyclox möglich. Vor allem bei diesen, aber auch bei den Produkten mit Prüfplakette, sollte die Deklaration der Inhaltsstoffe sorgfältig studiert und notfalls eine Volldeklaration und ein Sicherheitsdatenblatt eingefordert werden.

 

Bestimmte Hersteller bieten Produkte auf der Basis der für den Menschen vergleichsweise ungiftigen Borsalze und als wässrige Lösung mit pflanzlichen und mineralischen Bestandteilen an ("natürliche" Holzschutzmittel).