Steinkohleteeröle

Aus der Destillation des bei der Steinkohleverkokung zurückbleibenden Steinkohleteeres gewinnt man unter anderem die Fraktion der Teeröle. Aus den Teerölen Naphthalinöl, Waschöl und Anthracenöl l und II wird Carbolineum hergestellt.

 

Carbolineum ist ein öliges, braunrotes, teerig riechendes Gemisch aus Steinkohleteerbestandteilen. Carbolineum wirkt insektizid, fungizid und ist auch bei extremer Beanspruchung witterungsbeständig. Gemäß Chemikalienverordnung vom 1.11.1993 ist der Einsatz von teerölhaltigen Zubereitungen stark eingeschränkt. Daher wird Carbolineum eigentlich nur noch bei der Imprägnierung von Bahnschwellen und Leitungsmasten angewendet.

 

Carbolineum wurde insbesondere aufgrund des Gehalts an polycyclischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) als beim Menschen eindeutig krebserzeugender Stoff eingestuft (MAK-Liste Kategorie 1; früher: IM A1).

 

Carbolineum ist stark hautreizend, die Dämpfe reizen die Atemwege. Die Freisetzung von Inhaltsstoffen aus imprägniertem Holz findet gleichzeitig durch Ausgasung, Auswaschung und Ausschwitzen statt.