Wasserlösliche Holzschutzmittel

B-Salze sind Holzschutzmittel-Wirkstoffe auf der Basis von Borverbindungen. B-Salze werden auch als alleiniger Holzschutzmittel-Wirkstoff eingesetzt (Borsäure, Borax). B-Salze wirken insektizid und fungizid. B-Salze fixieren nicht direkt mit der Holzfaser und sind daher sehr anfällig gegenüber Auswaschung. Kesseldruckimprägniertes Holz verliert innerhalb 6 Monaten freier Bewitterung 35 % des eingebrachten Wirkstoffes. Langfristig ist ein Verlust von 60 - 80 % anzunehmen. Borverbindungen sind für den Menschen praktisch ungiftig.

 

SF-Salze sind Holzschutzmittel-Wirkstoffe auf der Basis von Fluorsilikaten (Silikofluoride) (siehe auch CF-, CFA-, CFB-, HF-Salze). Die SF-Salze setzen nach ca. 4 Wochen 25 % der Wirkstoffmenge frei. Die Verluste durch Ausgasung sind geringer als bei HF-Salzen. In der Praxis zeigte sich eine langsame, aber stetige Abgabe von Fluorwasserstoff. Nach 25 Jahren lag der Verlust bei 75 % der ursprünglich eingebrachten Wirkstoffmenge.

 

HF-Salze sind Holzschutzmittel-Wirkstoffe, die gebundenen Fluorwasserstoff enthalten (siehe auch CF-, CFA-, CFB, SF-Salze). HF-Salze sind für großflächige Anwendungen in Aufenthaltsräumen oder Lagerräumen für Futter- und Lebensmittel nicht geeignet.
HF-Salze wirken insektizid und fungizid. Sie setzen nach ca. 4 Wochen 10-20 % der gesamten Wirkstoffmenge frei. In der Praxis können einen Monat nach Imprägnierung 50 - 70 % der Wirkstoffmenge durch Ausgasung verloren gegangen sein. Dann erst schließt sich eine Phase der langsameren Freisetzung an. Im Endzustand, der nach insgesamt etwa einem Jahr erreicht wird, liegt der Wirkstoffverlust bei ca. 75 % (Tauchimprägnierung). Bei den HF- Salzen ist somit die Ausgasung von Fluorwasserstoff sehr hoch.

 

C-Salze sind Holzschutzmittel-Wirkstoffe auf der Basis von Chromverbindungen. Es werden Chromate, Dichromate und Chromoxide verwendet. Chromverbindungen sind z.T. sehr giftg, Chrom(VI)-Verbindungen sind gemäß MAK-Liste IM A2 im Tierversuch krebserzeugend. Zinkchromat ist gemäß MAK-Liste Kategorie 1 (früher: IM A1) beim Menschen eindeutig krebserzeugend.

 

CK-Salze sind Holzschutzmittel-Wirkstoffe, die Chromverbindungen (Dichromate, Chromate, Chromoxid) und Kupferverbindungen (Kupfersulfat) enthalten. CK-Salze wirken insektizid, fungizid, und sind auch unter extremen Bedingungen witterungsbeständig. Die Verluste durch Auswaschung sind sehr gering (0,1 %). Wie bei allen C-Salzen ist die Toxizität der Chrom(VI)-Verbindungen zu beachten (s.o.).

 

CKA-Salze sind Holzschutzmittel-Wirkstoffe, die neben den CK-Salzen zusätzlich Arsenverbindungen enthalten (Arsenpentoxid, Arsenale, Arsensäure) CKA-Salze sind nur noch für Kesseldruckimprägnierung für Holz in der Außenanwendung zugelassen.
CKA-Salze wirken insektizid, fungizid, und sind witterungsbeständig, auch bei ständigem Wasser- oder Erdkontakt. Die Verluste durch Auswaschung betragen zwischen 5 % (Chrom-, Kupferverbindungen) und 20 % (Arsenverbindungen).

 

CKB-Salze sind Holzschutzmittel-Wirkstoffe, die neben den CK-Salzen zusätzlich Borverbindungen enthalten (Borsäure, Borax). CKB-Salze wirken insektizid, fungizid und sind witterungsbeständig, auch bei ständigem Wasser- oder Erdkontakt. Die Verluste durch Auswaschung betragen zwischen 7 % (Kupferverbindungen) und 90 % (Borverbindungen).

 

CKF- und CKFZ-Salze sind Holzschutzmittel-Wirkstoffe, die neben den CK-Salzen zusätzlich Fluorverbindungen enthalten (Kupferhexafluorosilikat, Fluoride, Zinkhexafluorosilikat). CKF- und CKFZ-Salze wirken insektizid, fungizid, und sind witterungsbeständig, auch bei ständigem Wasser- oder Erdkontakt. Zum Auswaschungsverhalten sind keine praxisnahen Werte bekannt. Als Erwartungswerte können für Fluorverbindungen 60 %, für Kupfer- und Chromverbindungen je 5 % angenommen werden. Bei der Verwendung von Zinkhexafluorosilikat entsteht im wässrigen Medium Zinkchromat. Dieses Chromat ist gemäß MAK-Liste Kategorie 1 (früher: IM A1) beim Menschen nachgewiesenermaßen krebserzeugend, die sonstigen Chromate sind gemäß MAK-Liste Kategorie 2 (früher: IM A2) im Tierversuch krebserzeugend.