Formaldehyd

 

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Formaldehyd ist ein stechend riechendes Gas, das Schleimhäute und Atemwege reizt und Augen- und Nasenschleimhautreizungen, Hustenreiz, Kopfschmerzen und Unwohlsein hervorrufen kann. Längerfristig kann Formaldehyd allergische Reaktionen auslösen oder allergische Reaktionen gegenüber anderen Substanzen begünstigen. Formaldehyd wird nicht im Körper angereichert. Gemäß MAK-Liste IM B steht Formaldehyd im begründeten Verdacht auf krebserzeugendes Potential.

 

Die Prüfverfahren für die Festlegung von Grenzwerten erfolgen unter Normbedingungen und sind nicht mit den Bedingungen in einem Wohnraum zu vergleichen. Allein schon durch die unterschiedlichen klimatischen Verhältnisse im Sommer und im Winter sind die Innentemperaturen, und die Luftfeuchtigkeit und damit die Ausgasungsrate von Formaldehyd sehr unterschiedlich.

 

Emissionsklassen:

 

Die Emissionsklassen sind eine Einteilung von Pressspanplatten und anderen plattenförmigen Holzwerkstoffen nach ihrer Formaldehydausgleichskonzentration in einer Prüfkammer. Die Emissionsklassen geben Auskunft über die Höhe der Formaldehydausgasung.


Durch den Einsatz von hochdichten Fenstern sind Luftwechselraten bis hinunter zu 0,2 / h möglich. Auch die Raumbeladung ist, vor allem bedingt durch den Einsatz von Holzfaser- und Spanplatten im Möbelbau, oft höher.

Die Einteilung erfolgt in drei Klassen:

 

  • Emissionsklasse E1 : Formaldehyd-Ausgleichskonzentration unter 0,1 ppm
  • Emissionsklasse E2 : Formaldehyd-Ausgleichskonzentration 0,1-1,0 ppm
  • Emissionsklasse E3 : Formaldehyd-Ausgleichskonzentration über 1,0 ppm

 

Holzfaserprodukte mit der Bezeichnung E1 können in Einzelfällen auch deutlich über dem Richtwert Formaldehyd emittieren. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn Hersteller von Produkten für den Innenausbau gelieferte E1-Holzwerkstoffe weiterverarbeiten (z.B. die Holzwerkstoffe für die Herstellung von Akustikpaneelen lochen oder schlitzen).

 

Spanplatten mit der Bezeichnung F 0 sind formaldehydfrei, d.h. es wurden keine Bindemittel auf der Basis von Formaldehydharzen eingesetzt. Üblich ist dann die Verwendung von Polyurethan-Bindemitteln. Hier entsteht allerdings möglicherweise ein Problem durch Isocyanate.

 

Formaldehydfrei mineralisch gebundene Spanplatten bestehen zu ca. 65 Gewichtsprozent aus Hobelspänen, 10 Prozent sind gebundenes Wasser und 25 Prozent mineralische Bindemittel, Erhärtungsbeschleuniger und andere Zuschlagstoffe. Mineralisch gebundene Spanplatten sind erheblich widerstandsfähiger gegen Pilzbefall, Feuer und Feuchtigkeit als kunstharzgebundene.

 

Neuerdings wird auch der Holzbestandteil Lignin als Bindemittel eingesetzt, was als umweitfreundliche Alternative zu begrüßen ist. Mit dem Umweltzeichen (RAL-Umweltzeichen 38) können plattenförmige Holzwerkstoffe gekennzeichnet werden, die eine Ausgleichskonzentration von 0,05 ppm und darunter erreichen.

Typenbezeichnungen:

 

  • V - 20 : überwiegend Harnstoff-Formaldehyd-Harze (Aminoplaste)
  • V-100 : Phenol-, MDI- (Isocyanate), MDI-Melamin, MDI-Phenol-Formaldehyd-Harze
  • V -100 G : wie V 100, aber mit Fungizidzusatz