PAK-Belastungen

 

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Bei einem typischen Belastungsmuster von Hölzern mit PAK ist erfahrungsgemäß von Gehalten im Bereich von einigen hundert bis mehreren tausend mg/kg PAK auszugehen.

 

Die für PAK-Belastungen herangezogene Leitkomponente Benzo[a]pyren ist im Steinkohlenteer (Carbolineum) in Gewichtsanteilen von ca. 2% enthalten.

 

Im Innenbereich ist die Anwendung von PAK-haltigen Zubereitungen nicht notwendig. Sofern aus gewichtigen Gründen (z.B. Feuchte > 70%, siehe DIN 68800) ein Holzschutz notwendig sein sollte, sollten anorganische Holzschutzmittel eingesetzt werden.

 

Toxikologie und Belastung des Menschen:

 

Die Wirkung auf den Menschen hängt stark von der Zusammensetzung der PAK ab. Das Einatmen, die Aufnahme durch den Mund oder die Haut kann zu Gesundheitsschäden führen.

 

PAK entfetten die Haut, führen zu Hautentzündungen, können Hornhautschädigungen hervorrufen, die Atemwege, Augen und den Verdauungstrakt reizen.

 

Einige PAK sind beim Menschen eindeutig krebserzeugend (z.B. Lungen-, Kehlkopf-, Hautkrebs). Die Möglichkeit der Fruchtschädigung oder Beeinträchtigung der Fortpflanzungsfähigkeit besteht.

 

Bewertungskategorien

 

Die Leitkomponente der PAK ist das Benzoralpyren. das wie folgt eingestuft wird:

 

EG-Kategorien:


  • K2 Stoffe, die als krebserzeugend für den Menschen angesehen werden sollten.
  • M2 Stoffe, die als erbgutverändernd für den Menschen angesehen werden sollten.
  • RE2 Stoffe, die als fruchtschädigend für den Menschen angesehen werden sollten.
  • RF2 Stoffe, die als beeinträchtigend für die Fortpflanzungsfähigkeit des Menschen angesehen werden sollten.

Beispiele:

  • Dieselmotoremissionen gelten nach TRGS 905 als krebserzeugend Kategorie K2.
  • Carbolineum: In folgender Tabelle finden sich Angaben zum verhältnismäßigen kanzerogenen Potential von in Carbolineen häufig vorkommenden PAK:

 

PAK 1

verhältnismäßige Kanzerogenität*

Benzo[a]pyren

1,0

Benzo[b]fluoranthen

0,11

lndeno[1 ,2,3-cd]pyren

0,08

Benzo[j]fluoranthen

0,03

Dibenzo[ah]anthracen

>1,0

* Relative Angaben zu dem kanzerogenen Potential einiger PAKs jeweils bezogen auf Benzo[a]pyren (Kanzerogenität 1); die Angaben stammen aus Implantationsversuchen der Substanzen in die Lungen von Ratten und erlauben nicht die direkte Übertragung auf den Menschen.

 

Grenz- und Richtwerte:


Leitkomponente BenzoFalpyren:

 

An Arbeitsplätzen gilt die Technische Richtkonzentration (TRK) in der Raumluft von 0,002 mg/m3. Es ist zu bemerken, das dieser Wert für wohnlich genutzte Innenräume mit Sicherheit zu hoch ist, da die Aufenthaltsdauer den zugrunde gelegten Wert von 8 Stunden deutlich überschreitet und die besondere Gefährdung von Säuglingen, Kleinkindern, werdenden und stillenden Müttern, Alten und Kranken dabei nicht berücksichtigt.

 

Zubereitungen gelten als krebserzeugend, wenn ihr Benzo[a]pyren-Anteil 0,0005 Gew%, d.h. 5 ppm erreicht oder überschreitet (GefStoffV, §35 (3)).

 

Sanierungsverfahren:


Diese sind sehr stark abhängig von der Zusammensetzung der PAK und weiteren Verunreinigungen durch z.B. halogenierte Verbindungen und müssen in jedem Falle von Sachkundigen geplant und begleitet werden.

 

Grundlage hierzu sind auch die 1999 von den Berufsgenossenschaften der Bauwirtschaft veröffentlichte „Handlungsanleitung zum Entfernen PAK-haltiger Klebstoffe für Holzfußböden" sowie die 1998 erschienene Pressemitteilung des UBA „Empfehlungen zu PAK in Wohnungen mit Parkettböden".

 

1 Im Tierversuch eindeutig krebserzeugend: Benz[a]anthracen, Benzo[b]fluoranthen, Benzo[j]fluoranthen, Benzo[k]fluoranthen, Benzo[a]pyren, Chrysen, Dibenz[a,h]anthracen, Dibenzo[a,e]pyren, Dibenzo[a,h]pyren, Dibenzo[a,i]pyren, Dibenzo[a,l]pyren, lndenol[1,2,3-cd]pyren. Werden diese Verbindungen in PAK-Mischungen deutlich nachgewiesen, dann sind sie als krebserzeugende Kategorie A2 zu behandeln (TRGS 900, 1991).