Schimmel vermeiden

 

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Wände sollten in der Lage sein, Feuchtigkeit zeitweise aufzunehmen und zu speichern. Speicherfähige Putzschichten beispielsweise, die die Feuchtigkeit wieder abgeben, wenn die Luftfeuchtigkeit gesunken ist, verhindern, daß Wände dauerhaft nass bleiben.

 

Lüften: Überschüssige Luftfeuchtigkeit, wie sie während der Nacht in Schlafzimmern oder bei Anwesenheit mehrerer Personen in einem Raum entsteht, muss weggelüftet werden. Durch gezieltes Lüften und Heizen können auch nasse Wände wieder getrocknet werden, vorausgesetzt, die Wand ist richtig gedämmt, offenporig aufgebaut und es liegen auch keine sonstigen bauphysikalischen Mängel vor.

 

Als baubiologischer Maßstab für ein gesundes Innenklima gilt: Mindestens einmal pro Stunde sollte die gesamte Raumluft ausgetauscht werden. In kleineren Räumen ist sogar eine höhere Luftwechselzahl empfehlenswert. Bei der Erstellung der E1-Norm für formaldehydhaltige Holzwerkstoffe wurde beispielsweise ein Luftwechsel vorausgesetzt, der mit drei- bis viermaligem Querlüften pro Tag verglichen werden kann.

 

Unter Luftwechsel bzw. Luftwechselrate oder Luftwechselzahl versteht man den Luftvolumenstrom für einen Raum bezogen auf das Raumvolumen. Anders ausgedrückt gibt die Luftwechselrate an, wie oft die Raumluft pro Stunde ausgetauscht wird. Beispiel: Eine Luftwechselrate von 0,5 / h bedeutet, daß 50 % der Raumluft pro Stunde ausgetauscht werden bzw. daß alle zwei Stunden ein vollständiger Luftwechsel erfolgt.

 

Ein ausreichender Luftwechsel in Räumen ist aus folgenden Gründen unverzichtbar:

  • Entfernung von Schadstoffen
  • Entfernung von Kohlendioxid
  • Entfernung von überschüssiger Feuchte
  • Nachlieferung der Verbrennungsluft, wenn raumluftabhängige Feuerstätten (z.B. offener Kamin, Gasherd) vorhanden sind.


Die Erfordernisse eines geringeren Heizenergieverbrauchs einerseits und die Notwendigkeit sauberer Atemluft andererseits führen zu einem schwierigen Zielkonflikt. In Häusern und Wohnungen mit geringer Luftwechselrate1 kommt daher dem Stoßlüften (das weite Öffnen der Fenster für etwa 5-10 Minuten (möglichst Durchzug) drei- bis viermal täglich) eine große Bedeutung zu.

 

1 Die Luftwechselrate sollte möglichst im Bereich 0,8 - 1 / h liegen. In nichtrenovierten Altbauten beträgt die Luftwechselrate ca. 1 / h, in stark abgedichteten Räumen kann eine Luftwechselrate von nur 0,2 vorliegen. In Abhängigkeit vom Lüftungsverhalten ergeben sich für die Luftwechselrate folgende Werte:

 

  • Fenster und Tür offen: 5-10/h
  • Fenster gekippt:          0,5 - 5 / h
  • keine Lüftung:             0,05 - 0,5 / h