Wärmedämmverbundsysteme (WDVS)

Im Bereich der Energieeinsparung wird leider viel theoretisiert. Gesamtbilanzen in denen der Energieverbrauch bei Polystyrol von der Herstellung bis zur Entsorgung berechnet werden, sind nicht publiziert. Dadurch gibt es so gut wie keine Quellen mit verläßlichen und objektiven Werten.

 

Wir wollen aber dennoch erläutern, wieso wir Wärmedämm-Verbundsystemen (WDVS), aus Polysyrol eher kritisch gegenüberstehen. Außer der Gesamtenergiebilanz gibt es noch einige andere Nachteile von Polystyrol, z.B. die relativ gesehen kurze Haltbarkeit gegenüber anderen Baustoffen.

 

Dass wir nicht alleine sind mit unseren Überlegungen, dieses Thema in vernünftiger Weise anzugehen, können Sie diesem und vielen anderen Beiträgen entnehmen:

 

3sat, Mo. 23.01.2012,  21.30 Uhr,  hitec: Die verpackte Republik

http://www.3sat.de/mediathek/mediathek.php?obj=28888

 

Dennoch ist Dämmen wichtig - aber nur mit dem richtigen Baustoff!

 

Es gibt aber auch andere Dämmungen, die hochwärmedämmend und so haltbar wie Wände aus Ziegelsteinen sind. Wir empfehlen deshalb diese Ziegelvariante oder eine diffusionsoffene Mineralwolledämmung mit Kalk-Dickputzsystem. Auch eine Fasssadenschalung mit Hinterlüftung ist eine gute Alternative zu Polysyrol.



Wirksamkeit von Wärmedämmverbundsystemen

 

Was geschieht auf einer gedämmten Hauswand? Der Temperaturverlauf an der Oberfläche einer mit Schaumpolystyrol (Styropor) gedämmten Fassade ist vergleichbar mit dem einer KFZ-Karrosserie, wo regelmäßig Morgentau zu beobachten ist. Auf der Außenoberfläche einer gedämmten Fassade kondensiert nachts Wasser.

 

Styropor schwimmt und dämmt, nimmt aber trotzdem kontinuierlich Wasser auf. Im Wasser liegendes Schaumpolystyrol geht nach einigen Jahren unter, da es sich vollgesaugt hat. Genauso verhält es sich an einer gedämmten Fassade: sie wird allmählich feucht, die Dämmeigenschaften nehmen ab und das Algenwachstum zu. Feuchtes Dämmmaterial ist aber so nützlich wie eine nasse Wattejacke im Schneesturm.

 

Dämmsysteme werden bei Sanierungsmaßnahmen meistens mit Kunstharzklebern auf alte Fassaden aufgebracht, was den alten Wandaufbau abdichtet. Der Feuchtetransport durch die Außenwand nach außen kann nicht mehr stattfinden. Die Außenwände von Wohnhäusern nehmen aber einen großen Teil der Wohnraumfeuchte auf, die sie durch Kapillarwirkung oder Diffusionsprozesse nach außen abgeben müssen.

 

Die Innenseite der Außenwand durchfeuchtet sich so im Lauf der Jahre, der Wärmeschutz der Außenhaut nimmt ab. Zusätzlich erhöht sich die Luftfeuchtigkeit im Wohnraum, weil die Außenwand keinen Beitrag mehr zur Entfeuchtung liefern kann. Feuchtere Luft erhöht aber beim Heizen den Wärmebedarf erheblich und es stellt sich spätestens hier die Frage, ob Dämmsysteme leisten, was man sich von ihnen verspricht. Als Auswirkung dieser Vorgänge entsteht oft im Innenraum Schimmel, der von der feuchten Wand profitiert und sich ausbreitet.

 

WDVS und Umweltschutz


Für den Einsatz von Vollwärmeschutz-(VWSS) und Wärmedämmverbundsystemen werden Energiespar- und Umweltschutzargumente angeführt. Wie aber sieht die Realität aus?

 

Bei der Herstellung von Schaumpolystyrol ("Styropor") werden jährlich zwischen 2.000 und 3.000 Tonnen Reinstyrol und mehrere Tonnen Pentan eingesetzt. In einem Herstellungsprozeß mit hohem Energieverbrauch entsteht unter Einsatz weiterer hochgiftiger bzw. krebserregender Stoffe wie Ethylbenzol, Benzol, Antimontrioxid und Aluminiumchlorid durch Polymerisation Polystyrol, wobei etwa 1,5% des Reinstyrols und 50% des Pentans in die Umwelt entweichen. Auch die Herstellung von Pentan ist sehr energieaufwändig.

 

Es wird, um die Umwelt zu schützen, u.a. Styropor hergestellt und z.B. als Wärmedämmverbundsystem verarbeitet, indem jährlich unter hohem Energieaufwand tausende Tonnen an Giften und klimawirksamen Gasen freigesetzt werden.

 

Enthalten die "Ökobilanzen" der WDVS/VWSS - Hersteller diese Fakten?