Papiertapeten

Papiertapeten können aus ein oder zwei Papierschichten bestehen, denen zur Erhöhung der Nassreißfestigkeit Substanzen zugesetzt sind, die Formaldehyd enthalten können.

 

Papiertapeten, die mit einem Altpapieranteil von mindestens 60 % hergestellt sind, können mit dem RAL-Umweltzeichen 35 ("Blauer Engel") gekennzeichnet sein.

 

Die Tapetenoberfläche kann unbedruckt oder mit Farbe auf Kunststoffdispersionsbasis bedruckt sein. Papiertapeten können auch mit einer Kunststoffbeschichtung ausgerüstet sein, was zu einer Beeinträchtigung der Wasserdampfdiffusionsfähigkeit der Wand und damit zu einer Verschlechterung des Raumklimas führen kann.

 

Grundsätzlich haben unbedruckte, einschichtige Papiertapeten ohne Kunststoffbeschichtung die geringsten schädlichen Emissionen.

 

Gebrauchte und gestrichene Papiertapeten dürfen nicht als Altpapier entsorgt werden, sie gehören in den Restmüll.

 

Rauhfasertapeten

 

Rauhfasertapeten werden durch Einarbeiten von Holzfasern und -spänen zwischen zwei Papierschichten strukturiert. Sie enthalten in der Regel 50 % Altpapier und oftmals Kunstharze, um die Nassreißfestigkeit zu verbessern. Es werden allerdings auch Einschicht-Rauhfasertapeten mit Kolophonium als Bindemittel (ohne synthetische Harze) angeboten. Rauhfasertapeten mit einem Altpapieranteil von mindestens 80 % können mit dem RAL-Umweltzeichen 35 ("Blauer Engel") gekennzeichnet werden.

 

Rauhfasertapeten sind teilweise bereits vorgestrichen, so dass ein einziger deckender Anstrich genügt. Als Anstrichfarben sollten Naturharz-Dispersionfarben, Leim-, Kasein-, Leinöl- oder Silikatfarben verwendet werden. Sie sollten frei von toxischen Löse- oder Zusatzmitteln sein. Generell gilt: Je öfter die Oberfläche gestrichen wird, desto mehr wird die Wasserdampf-Diffusionsfähigkeit der Wand eingeschränkt.

 

Aus ökologischer Sicht sind einschichtige Rauhfasertapeten, die frei von Kunstharzen sind, am umweit- und gesundheitsverträglichsten.

 

Gestrichene Rauhfasertapeten dürfen nicht als Altpapier entsorgt werden.

 

Papiertapeten  und  Rauhfasertapeten sollten  mit einem  Methylzelluloseleim ohne chemische Zusätze verklebt werden.